Was ist das Dark Web?

April 14, 2022

Was ist das Dark Web und warum wird es verwendet?

Das Dark Web ist der Teil des Internets, in dem Benutzer über verschiedene Verschlüsselungstechniken anonym auf nicht indexierte Webinhalte zugreifen können. Oft wird das Dark Web mit illegalen Aktivitäten in Verbindung gebracht. Es wird jedoch auch von Nachrichtendiensten, Whistleblowern, Medienvertretern und ganz normalen Benutzern verwendet – beispielsweise in Ländern, in denen die Gefahr besteht, dass die Kommunikation von der Regierung überwacht oder eingeschränkt wird.

Open, Deep und Dark Web – ein Vergleich

differences between the deep web and the dark web

Die Begriffe „Dark Web“ und „Deep Web“ werden häufig synonym verwendet, sie stehen jedoch für zwei sehr unterschiedliche Konzepte. Das Open Web wiederum bildet den öffentlichen Kontrapunkt zum Deep und Dark Web.

Definition des Open Web

Das Open Web umfasst alle von Suchmaschinen indexierten Inhalte. Webseiten im Open Web werden beispielsweise in Suchergebnissen von Google oder Bing angezeigt. Das Open Web verzeichnet zwar jeden Tag eine sehr große Anzahl von Seitenaufrufen, doch machen diese Seiten nur 4 % der Inhalte im Internet aus.

Definition des Deep Web

Das Deep Web bezieht sich auf alle nicht indexierten Webinhalte, d. h. auf Seiten, die nicht über eine Suchmaschine gefunden werden können. Beispiele für das Deep Web sind unter anderem alle Websites, die sich hinter einer Paywall befinden oder für deren Zugriff Anmeldedaten eingegeben werden müssen. Die meisten Internetnutzer greifen mehrmals täglich auf das Deep Web zu, um gängige Aufgaben durchzuführen, beispielsweise ihre E-Mails abzurufen, auf ein Bankkonto zuzugreifen oder sich ihre Patienten- oder Schulakten anzusehen. All dies sind Daten, auf die Sie nicht einfach per Klick auf einen Link in einer Suchmaschine zugreifen können. Das Deep Web macht über 90 % der Onlineinhalte aus und ist nicht über Suchmaschinen zugänglich.

Definition des Dark Web

Das Dark Web ist ein Netzwerk nicht indexierter Inhalte. Der größte Unterschied zwischen dem Deep und dem Dark Web besteht darin, dass Aktivitäten im Dark Web anonym über verschiedene Verschlüsselungs- und Routing-Techniken abgewickelt werden. Darüber hinaus unterliegt das Dark Web keinen Beschränkungen, das heißt, es wird von einem riesigen Netzwerk einzelner Menschen auf der ganzen Welt betrieben. Dieses Netzwerk umfasst tausende von Freiwilligen, die Anfragen aus dem Dark Web über Proxy-Server weiterleiten. Somit steht niemand in der Verantwortung, Regeln festzulegen oder ihre Einhaltung sicherzustellen. Dieses Betriebsmodell macht das Dark Web zu einem besonders wertvollen und interessanten Werkzeug für Cyberkriminelle und andere Personen mit fragwürdigen Absichten.

Das Dark Web ist Teil des Deep Web – umgekehrt gilt das jedoch nicht, daher dürfen die beiden Begriffe nicht miteinander verwechselt werden.

WEITERE INFORMATIONEN

Durch die Anonymität, die die verborgenen Bereiche des Internets bieten, ist es für Cyberkriminelle ein attraktiver Ort zur Abwicklung ihrer Geschäfte. Leider ist es extrem schwierig, Einblicke in diese Bereiche zu erhalten. Notwendig sind Kenntnisse über den kriminellen Untergrund, die Anmeldung bei zugangsgesicherten Websites sowie Technologien, mit denen diese Quellen überwacht werden können. In diesem Video erhalten Sie von einem CrowdStrike-Experten Informationen zu einem demnächst verfügbaren Modul, das diese verborgenen Bereiche des Internets überwacht, um Sie vor Datenkompromittierungen, betrügerischem Missbrauch Ihrer Marke und vielem anderen zu warnen.Ansehen: Exploring the Hidden Web: A New Falcon Module Preview

So funktioniert der Zugriff auf das Dark Web

Für den Zugriff auf das Dark Web benötigen Benutzer einen speziellen Browser. Der bekannteste ist Tor, dessen Name die Kurzfassung von „The Onion Routing“ ist. Dieses Projekt arbeitet mit stufenweiser Verschlüsselung (analog zu den Häuten einer Zwiebel) und wurde im Jahr 2002 initiiert. Es wird von Millionen von Benutzern genutzt. Ein weiteres Projekt dieser Art ist I2P (Invisible Internet Project – Projekt „Unsichtbares Internet“), dessen Schwerpunkt auf dem anonymen Hosting von Websites im Dark Web liegt.

Nach der Installation eines Dark Web-Browsers auf einem Gerät funktioniert dieser wie ein regulärer Browser. Gleichwohl kann es für Benutzer schwierig sein, das gewünschte Material im Dark Web zu finden. Die Adressen sind in der Regel eine Kombination zufällig zusammengestellter Zahlen und Buchstaben. Daher ist es nicht einfach, sich diese zu merken oder sie manuell einzugeben bzw. aufzurufen. Außerdem ändern sich die Adressen häufig, da viele Akteure im Dark Web nur vorübergehend in Erscheinung treten. Und: Da der Datenverkehr im Dark Web über eine Reihe von Proxy-Servern geleitet wird, die von Tausenden von Freiwilligen auf der ganzen Welt betrieben werden, dauern Suchvorgänge in der Regel sehr lange.

Was können Sie im Dark Web finden?

Das Dark Web hält eine Vielzahl von Services und Inhalten für seine Benutzer bereit – und das zum Teil am Rande oder völlig jenseits jeglicher Legalität. So unterschiedlich die Absichten und Ziele der Benutzer im Dark Web sein mögen, ist das Dark Web als solches jedoch weder gut noch schlecht. Ebenso wie das Open Web stellt auch das Dark Web ein alternatives, äußerst anonymes Ökosystem bereit, in dem Sie sich online mit anderen Benutzern austauschen und mit Inhalten beschäftigen können.

Aktivitäten im Dark Web

Ähnlich wie das Open Web hält das Dark Web eine schier unendliche Fülle von Informationen und Inhalten bereit. Auf einer Dark Web-Website werden womöglich Online-Schachturniere angeboten, auf einer anderen hingegen gänzlich anonyme Messaging- und E-Mail-Services. In den letzten Jahren bot das Dark Web Menschen in Ländern, in denen die freie Meinungsäußerung eingeschränkt oder bedroht ist, die Möglichkeit zur freien Kommunikation und war daher für diese besonders wichtig.

Die meisten Menschen denken beim Dark Web an illegale Aktivitäten wie das Hosten von Raubkopien von Filmen, Musik und Büchern, an digitale Marktplätze für Drogen und Waffen oder an Plattformen für Pornografie. Im Hinblick auf die Cybersicherheit ist das Dark Web der Ort, an dem Cyberkriminelle gestohlene Informationen verkaufen oder mit diesen handeln – seien es Bankdaten, Sozialversicherungsnummern, digitale Anmeldedaten, geistiges Eigentum oder Geschäftsgeheimnisse.

Die Aktivitäten im Dark Web sind anonym. Daher haben Strafverfolgungsbehörden, Nachrichtendienste und Cybersicherheitsexperten oftmals eine Präsenz im Dark Web, um Cyberkriminelle überwachen, verfolgen oder in die Falle locken zu können. Viele von ihnen sind der Ansicht, dass schon allein das Wissen, welche Informationen online ge- und verkauft werden, Unternehmen und Einzelpersonen dabei helfen kann, geeignete Maßnahmen zum Schutz ihrer Informationen und Ressourcen zu ergreifen.

Handel im Dark Web und Kryptowährung

Zur Gewährleistung von Anonymität werden alle Transaktionen im Dark Web mit Bitcoin und anderen Arten von digitalen Währungen abgewickelt, die praktisch nicht nachverfolgbar sind. Somit können Benutzer des Dark Web in einem vertraulichen Rahmen interagieren, kommunizieren, Dateien teilen und Geschäfte machen.

Ist das Dark Web illegal?

Ähnlich wie der Zugriff auf das Open Web mit einem Standardbrowser ist es nicht per se illegal, mit Tor oder einem Dark Web-Browser auf das Dark Web zuzugreifen. Gesetzwidrige Handlungen im Dark Web sind jedoch illegal – ganz gleich, welches Maß an Anonymität die Plattform bietet.

Benutzer des Dark Web sollten auch Folgendes bedenken: Ihre Aktivitäten mögen zwar technisch anonym sein, doch der Umgang mit Personen, die illegalen Aktivitäten nachgehen, kann juristische Konsequenzen haben. Die Abschaltung von Dark Web-Marktplätzen wie Silk Road, Alpha Bay und Wall Street Market in den letzten Jahren führte weltweit zu Hunderten von Verhaftungen. Dies unterstreicht die Risiken im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten jeglicher Art.

Gefahren des Dark Web

Das Dark Web ist ein typischer Sammelplatz für Hacker und andere Cyberkriminelle, weshalb seine Nutzung auch riskant sein kann. Besucher des Dark Web sollten beim Herunterladen von Dateien äußerst vorsichtig sein, da sie dabei ihre Geräte mit Viren, Malware, Trojanern, Ransomware oder anderen Schaddateien infizieren können. Zumindest sollten sie sicherstellen, dass sie Cybersicherheitsvorkehrungen getroffen haben und die entsprechenden Programme aktiviert sowie auf dem neuesten Stand sind.

Gleichwohl sind viele der Personen im Dark Web außerordentlich sachkundige und geschickte digitale Bedrohungsakteure, für die das Aushebeln grundlegender Sicherheitsfunktionen eine leichte Übung ist. Als einer der führenden Cybersicherheitsanbieter rät CrowdStrike allen Unternehmen und Benutzern daher davon ab, das Dark Web zu nutzen.

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Die Geschichte des Dark Web

Im Allgemeinen wird das Dark Web in einem Atemzug mit kriminellen Aktivitäten wie dem Kauf oder Verkauf von Drogen, Waffen, gefälschten Waren oder gestohlenen Identitäten genannt. Seinen Ursprung hatte es jedoch beim U.S. Naval Research Lab, einem US-amerikanischen Marineforschungslabor. Die dort tätigen Forscher und Wissenschaftler erkannten, wie einfach digitale Aktivitäten und Kommunikation überwacht, abgehört und ausgenutzt werden können.

Das Dark Web entstand, weil die Nachrichtendienste einen sichereren Kommunikationskanal benötigten. Für viele Gruppen auf der ganzen Welt ist das Dark Web daher weiterhin ein wertvolles Werkzeug und Netzwerk für den Austausch. Einige betrachten es als absolute Notwendigkeit zur Förderung der freien Meinungsäußerung, der Bewahrung einer freien Presse sowie zur Unterstützung von Strafverfolgungs- und Regierungsbehörden.

So schützen Sie sich im Dark Web

Wenn Sie sich vor Bedrohungen schützen möchten, müssen Sie wissen, ob Ihre Informationen im Dark Web zu finden sind – dies ist ein ganz wesentlicher Punkt. Dark Web-Überwachungstools ähneln einer Suchmaschine (wie Google) für das Dark Web. Sie machen extrahierte oder gestohlene Informationen ausfindig, die dann im Dark Web zwischen Bedrohungsakteuren ausgetauscht und verkauft werden. Dazu können kompromittierte Kennwörter, Anmeldeinformationen, geistiges Eigentum und andere sensible Daten gehören. Erfahren Sie, wie CrowdStrike mit der Plattform Falcon X Recon™ zum besseren Schutz Ihrer Marke und Ihrer Daten beiträgt.