Was ist
Datenobfuskation?

September 29, 2023

Was ist Datenobfuskation?

Datenobfuskation ist der Prozess der Verschleierung vertraulicher oder sensibler Daten, um diese vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Datenobfuskationstaktiken sind unter anderem Maskierung, Verschlüsselung, Tokenisierung und Datenreduktion. Datenobfuskation wird allgemein genutzt, um vertrauliche Daten wie Zahlungs-, Kunden- oder Gesundheitsinformationen zu schützen.

Datenobfuskationsverfahren

Drei gängige Datenobfuskationsverfahren sind Datenmaskierung, Verschlüsselung und Tokenisierung. Jedes Verfahren hat seine besonderen Stärken für den Schutz vor schädlicher Malware. Wenn Sie Datenobfuskationsverfahren kennen, können Sie vertrauliche Daten besser schützen – und besser reagieren, wenn Obfuskation gegen Sie verwendet wird.

Was ist Datenmaskierung?

Datenmaskierung bzw. Datenanonymisierung ist ein Datenobfuskationsverfahren, bei dem vertrauliche Daten wie Verschlüsselungsschlüssel, personenbezogene Daten oder Authentifizierungstoken und Anmeldeinformationen in protokollierten Nachrichten geschwärzt werden. Bei der Datenmaskierung werden die Datenwerte, aber nicht das Format der maskierten Daten verändert.

Die Datenmaskierung unterscheidet sich in zwei wichtigen Hinsichten von anderen Arten der Datenobfuskation. Erstens bleiben die maskierten Daten auch in der verschleierten Form nutzbar. Zweitens lassen sich die ursprünglichen Werte nach der Maskierung nicht wiederherstellen.

Die Datenmaskierung kann verschiedene Formen annehmen, darunter Scrambling, Substitution, Shuffling, Datenalterung, Varianz, Ausmaskierung und Nullung. Darüber hinaus kann das Maskierungsverfahren je nach Datentyp und Zweck auf unterschiedliche Weise erfolgen. Statische Daten werden üblicherweise in der Kopie einer Produktionsdatenbank maskiert, während dynamische Daten zweimal in einer Datenbank vorhanden sind – als ursprüngliche Daten und als maskierte Kopie.

Was ist Verschlüsselung?

Bei der Datenverschlüsselung werden Daten durch Umwandlung von Klartext in kodierte Informationen, den sogenannten Geheimtext, geschützt, der nur durch Entschlüsselung mit dem passenden Verschlüsselungsschlüssel zugänglich ist. Verschlüsselung bietet mehr Sicherheit und Datenschutz, muss dafür aber genau geplant und verwaltet werden. Auch bestimmte Lösungen zur Prävention von Datenverlusten unterstützen Verschlüsselung. Im Folgenden werden die beiden Hauptarten von Verschlüsselung beschrieben.

Symmetrische Verschlüsselung: Bei diesem Verfahren sind Verschlüsselungsschlüssel und Entschlüsselungsschlüssel identisch. Dieses Verfahren wird insbesondere zur Verschlüsselung von Massendaten eingesetzt. Die Implementierung ist in der Regel einfacher und schneller als bei der asymmetrischen Methode. Allerdings ist die symmetrische Verschlüsselung etwas weniger sicher, da jede Partei mit Zugang zum Verschlüsselungsschlüssel die Daten entschlüsseln kann.

Kryptografie mit öffentlichem Schlüssel: Dieses Verfahren wird auch als asymmetrische Verschlüsselung bezeichnet und verwendet zur Ver- und Entschlüsselung der Daten zwei Schlüssel – ein öffentliches und ein privates Authentifizierungstoken. Die Schlüssel sind zwar miteinander verknüpft, aber nicht identisch. Diese Methode bietet mehr Sicherheit, da der Zugriff auf Daten nur möglich ist, wenn die Benutzer sowohl über einen öffentlichen, gemeinsam nutzbaren Schlüssel als auch über ein persönliches Token verfügen.

Was ist Tokenisierung?

Bei der Datentokenisierung werden vertrauliche Daten durch einen anderen Wert, ein sogenanntes Token, ersetzt, das keinen eigenen Wert hat und nichts bedeutet. Daten werden für nicht befugte Nutzer damit wertlos. Die Datentokenisierung vereinfacht die Compliance und reduziert die interne Verantwortung für die Datenverwaltung. Es handelt sich jedoch um ein komplexes Verfahren, das eine aufwendige IT-Infrastruktur und die Unterstützung durch Drittanbieter voraussetzt.

Vorteile der Datenobfuskation

  1. Höhere Datensicherheit: Verschleierte (obfuskierte) Daten erschweren böswilligen Akteuren den Zugriff auf vertrauliche Informationen und ihre Nutzung. Mit der Obfuskation von Daten schützen Organisationen ihre geschäftskritischen Informationen vor potenzieller Kompromittierung.
  2. Geringeres Risiko behördlicher Bußgelder: Datenobfuskation erleichtert die Einhaltung von Datenschutzvorschriften, sodass sich hohe Geldstrafen vermeiden lassen.
  3. Leichtere Datenweitergabe: Mithilfe von Datenobfuskation können Organisationen Daten an Dritte unter Wahrung des Datenschutz von Kunden- oder Mitarbeiterdaten weitergeben.
  4. Weniger Datenspeicherkosten: Da Datenobfuskation die Datenmenge verkleinert, können Organisationen auf diesem Weg die Kosten für Datenspeicherung und -verwaltung senken.
  5. Verbesserte Datenanalysen: Verschleierte Daten liefern Einblicke in größere Datenmengen, die anderweitig möglicherweise nicht zugänglich sind. Das erleichtert es Organisationen beispielsweise, das Kundenverhalten nachzuvollziehen oder Datenmuster zu erkennen.

Herausforderungen bei der Datenobfuskation

Datenobfuskation bringt auch Herausforderungen mit sich. Da sie Zeit und Ressourcen beansprucht, besteht die größte Herausforderung in vielen Fällen in der Planung. Die Datenmaskierung kann aufgrund ihrer Anpassbarkeit erheblichen Aufwand bei der Umsetzung erzeugen. Mittels Verschlüsselung lassen sich strukturierte und unstrukturierte Daten verschleiern, die sich dann jedoch nur schwer abfragen und analysieren lassen. Die Tokenisierung verursacht mit wachsenden Datenmengen zunehmend Probleme bei der Absicherung im großen Maßstab.

Auch Bedrohungsakteure mit böswilligen Absichten nutzen Datenobfuskation. Inzwischen verwendet fast jede Malware Obfuskation, um zu verhindern, das sie analysiert und erkannt wird. Eine der aufwendigsten Aufgaben bei der Malware-Analyse ist die Entfernung von verschleiertem Code. Angreifer können Daten durch Datenverschlüsselung unzugänglich machen, und in jüngster Zeit wurden kompromittierte Systeme durch Datenvernichtung (Wiping) betriebsunfähig gemacht. Datenobfuskation kann Organisationen also rund um Datensicherheit und Datenschutz ein gutes und beruhigendes Gefühl geben, wenn dieselben Verfahren jedoch in Cyberangriffen zum Einsatz kommen, können sie auch zu einem großen Hindernis werden.

Best Practices für Datenobfuskation

Eine Strategie der Datenobfuskation wird üblicherweise in einem vierstufigen Prozess umgesetzt: Identifizierung vertraulicher Daten, Tests von Obfuskationsverfahren an Testdaten, Entwicklung der Obfuskation und erneute Tests vor der Bereitstellung mit relevanten Daten. Nachfolgend werden einige Best Practices beschrieben.

  • Gemeinschaftsgefühl erzeugen: Beziehen Sie Betroffene Ihrer Datensicherheitsinitiativen ein, und sichern Sie sich ihre Unterstützung.
  • Vertrauliche Daten identifizieren: Bestimmen Sie, welche Daten geschützt werden müssen, sowie ihre Speicherorte und Verwendung sowie die zugangsberechtigten Benutzer.
  • Bevorzugte Datenobfuskationsverfahren eingrenzen: Machen Sie sich mit den verfügbaren Arten der Datenobfuskation vertraut. Testen Sie, wie sich die verschiedenen Verfahren auf die Datenanwendung auswirken.
  • Obfuskationsregeln festlegen: Entwickeln Sie die Obfuskation, und führen Sie Versuche mit Testdaten durch. Wählen Sie zweckorientierte Verfahren. Verwenden Sie irreversible Methoden und wiederholbare Verfahren.
  • Datenobfuskationsverfahren absichern: Ermitteln Sie die erforderlichen Leitlinien und behördlichen Anforderungen wie Datenschutzvorschriften, Richtlinien und Standards.
  • End-to-End-Obfuskationsprozess definieren: Überwachen Sie Ihre System- und Auditverfahren, um sicherzustellen, dass Ihre Datenobfuskation funktioniert. Behalten Sie neue Optionen im Auge.